Der erste eigene Textilauftrag ist aufregend — und fehleranfällig. Wir sehen bei neuen Kunden immer wieder dieselben Stolpersteine. Manche kosten Zeit, manche Geld, manche beides. Dieser Artikel spart dir beides.
Fehler 1: Zu kleine Mengen für Siebdruck
Siebdruck hat Einrichtungskosten — für jeden Druckrahmen fallen 20–60 € an. Wer 20 Shirts mit einem 4-Farben-Motiv bestellt, zahlt mehr für die Einrichtung als für den eigentlichen Druck. Die Mindestmenge für wirtschaftlichen Siebdruck liegt bei 50 Stück, der Sweet Spot bei 100+.
Fehler 2: Design im falschen Format liefern
JPEGs und PNGs aus dem Internet sind für Textildruck ungeeignet. Wir brauchen vektorbasierte Dateien (.ai, .eps oder .pdf) für Siebdruck und Stickerei. Bei DTG sind hochaufgelöste PNGs (min. 300 dpi bei Druckgröße) nötig. Ein schlecht aufgelöstes Logo sieht auf Bildschirmen gut aus — auf einem 30×30cm Druckfeld pixelig.
„Ein gutes Design kann schlechte Datei-Qualität nicht retten. Aber eine gute Datei kann ein mittelmäßiges Design retten.“
— palstudios Produktionsteam
Fehler 3: Kein Muster bestellen
"Ich vertraue euch einfach" — das hören wir oft und es ehrt uns. Aber kein Muster zu bestellen ist ein Fehler. Erst mit dem physischen Muster in der Hand erkennst du, ob die Farben stimmen, der Fit passt und die Verarbeitung deinen Vorstellungen entspricht. Nachkorrekturen nach der Massenproduktion sind teuer. Muster sind es nicht.
Fehler 4: Nur eine Farbe und Größe kalkulieren
Achtung: Mindestmengen gelten oft pro Farbe und Größe. Wer 100 Shirts in 4 Farben und 5 Größen aufteilt, hat plötzlich deutlich kleinere Chargen pro Variante — mit entsprechend höheren Stückpreisen. Plane die Größen- und Farbverteilung realistisch, bevor du dich auf eine Kalkulation festlegst.
Fehler 5: Lieferzeit unterschätzen
Custom Textilproduktion ist kein Amazon-Einkauf. Von der finalen Freigabe bis zum Versand vergehen je nach Komplexität 4–8 Wochen. Wer sein Merch für ein Event in 3 Wochen braucht, hat schlechte Karten. Plane mindestens 10–12 Wochen vom Briefing bis zum fertigen Produkt ein.
Goldene Regel: Doppelt so viel Zeit einplanen wie du denkst. Die Produktion selbst läuft reibungslos — aber Designrunden, Musterkorrekturen und Freigaben brauchen Zeit.



